Wie der Name schon sagt, ist Hi-NRG ein Dance-Musikstil mit höherer BPM, der in den 1980er-Jahren sehr populär war, besonders in Gay Nightclubs. Er entwickelte sich aus Disco, bewahrte die Four-on-the-Floor Kickdrum und betonte starke Melodien und einfache Oktav-Basslines, hatte aber auch einen härteren, rockähnlicheren Sound mit Pop-Vocals und Snare-Hits auf den 2 und 4. Zusätzlich zum Hauptbeat gab es normalerweise einen begleitenden zweiten, einen synkopischen „Shuffle“-Rhythmus, oft mit einem Tamburin oder einem ähnlichen hochfrequenten Snare-Sound (oder, häufiger, einer elektronischen Variante davon). Das frühe Hi-NRG-Repertoire wurde dominiert vom dichten, Synth-Bass-getriebenen Sound der amerikanischen Produzenten Patrick Cowley und Bobby Orlando, und dann von der strafferen, schnellfeuernden, synkopierten Perkussion der britischen Produzenten Ian Anthony Stephens und Ian Levine. Der spätere Hi-NRG-Sound wurde maßgeblich von der PWL Hit Factory geprägt – den Produzenten/Songwritern Stock/Aitken/Waterman und den Ingenieuren Phil Harding & Ian Curnow – beginnend mit Dead or Alive’s „You Spin Me Round (Like a Record)“ im Jahr 1984 und fortgesetzt durch eine Reihe von Dance-Pop-Hits in den späten 80ern. In der ersten Hälfte der 80er-Jahre genoss Hi-NRG Mainstream-Erfolg als Aerobic-/Workout-Musik. Der Höhepunkt des Stils 1986–1988 führte zu einer breiteren Akzeptanz, mit Songs wie „Boom Boom (Let’s Go Back to My Room)“ von Paul Lekakis und „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley, die lange Chartplatzierungen und viel Radioeinsatz genossen. Dies fiel mit einem zunehmenden Einfluss von House Music zusammen, wie der Verwendung längerer, repetitiverer Basslines und offener Hi-Hat-Sounds auf dem Off-Beat. Dem Höhepunkt folgte ein sehr schneller Rückgang, als House Music und Eurodance 1989 die Clubszene übernahmen.