Obwohl fast alle Popmusik gesungenen Gesang beinhaltet, wird in Vocal Pop Music außergewöhnlich viel Wert auf eine virtuose, solistische Gesangsdarbietung gelegt, die fast die gesamte Melodie trägt. Die Begleitmusik ist oft eine relativ einfache Akkordbegleitung in einem tieferen Register, kann aber auch üppige Orchester- oder Big-Band-Arrangements umfassen. Die Rhythmus-Sektionen sind tendenziell sehr zurückhaltend, wenn überhaupt vorhanden. Plattenläden und Sammler verwenden den Begriff Vocal typischerweise im Bezug auf Mainstream-, „weiße“, „erwachsene“, englischsprachige Popmusik der 1950er und 1960er Jahre: hauptsächlich Balladen und Standards, die die Tradition des Vocal Jazz fortsetzen, jedoch ohne die improvisatorischen Elemente. Der Höhepunkt des Stils fiel mit der frühen Rock & Roll-Ära zusammen, danach wurde die meiste Vocal Pop Musik als „Easy Listening“-Musik betrachtet, aber sie erfreut sich bis heute weltweit immer wieder Wellen der Popularität. Auf Discogs wird der Tag Vocal, vielleicht aufgrund mangelnder Vertrautheit mit dem Stil, nicht so strikt verwendet. Er findet sich auf allen Arten von Pop-Veröffentlichungen aus allen Epochen, wenn ein Vocal-Solo die Darbietung dominiert. Er sollte jedoch nicht auf jede Popmusik mit Gesang angewendet werden. Er ist ungeeignet für besonders stark rhythmische Popmusik oder Musik, die besser mit einem regionalen Stil wie Chanson (französischsprachiger Vocal Pop) oder einem Stil unter der Kategorie Folk, World & Country getaggt wird.